Startup Medical Ledger auf der MEDICA: Mit Blockchain-Technologie zu Gesundheitsakte und anonymisiertem Daten-Marktplatz

Monatelang haben wir beobachtet, analysiert und aufgeschrieben – jetzt sind wir selbst Teil des Ökosystems: Die Autoren dieser Webseite präsentieren das deutsch-australische Blockchain-Startup Medical Ledger.

Ernstzunehmende Lösungen für eine digitale Gesundheitsakte müssen einerseits die stete Verfügbarkeit der Daten sicherstellen, andererseits Manipulationen verhindern und Zugriffe revisionssicher nachvollziehbar machen. Eine Plattform, die diese Bedingungen erfüllt, entwickeln wir mit Medical Ledger (www.medicalledger.io) im gleichnamigen Startup, das sich vom 12. bis 15.11.2018 erstmals auf der MEDICA präsentieren wird (Halle 15, Stand A23).

Wofür steht Medical Ledger? Medical Ledger arbeitet daran, eine Software zur Nutzung im Gesundheitswesen zu schaffen – „Medical“ – die in erster Linie dem sicheren und nutzerfreundlichen Datenaustausch zwischen Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten dient. Diese beruht auf dem Konzept eines „Distributed Ledger“. Dies ist ein Begriff aus der Blockchain-Technologie und bezeichnet eine Datenbank, die verteilt ist, also auf mehr als einem Server vorliegt, und die keine Löschung oder Manipulation vorhandener Daten erlaubt, sondern stets nur das Anfügen neuer Datensätze. Auf diese Art und Weise bleiben alle vergangenen Transaktionen und Datensätze auch in Zukunft immer nachvollziehbar – Patienten können zuverlässig nachvollziehen, wer zu welchem Zeitpunkt Zugriff auf ihre Daten hatte, und von wem welche Daten geschrieben wurden. Ärzte wiederum können rechtssicher nachweisen, welche Informationen ihnen zu einem bestimmten Zeitpunkt vorlagen, und welche nicht.

Plattform Medical Ledger

Sichere Speicherung und stete Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten sind nicht das einzige Ziel der Medical-Ledger-Plattform. Patientinnen und Patienten sollen die Möglichkeit bekommen, auf einem sicheren Marktplatz ihre anonymisierten Gesundheitsdaten Forscherinnen und Forschern in universitären Einrichtungen und der Industrie zur Verfügung zu stellen und an den daraus erwachsenden Profiten beteiligt zu werden. Medical Ledger beruft sich dabei auf eine bereits 2016 von der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. erstellte Studie mit dem Titel „Der Wert persönlicher Daten: Ist Datenhandel der bessere Datenschutz?“. Dieser zufolge werden Gesundheits- und andere persönliche Daten bereits in vielen legalen und illegalen Kontexten gehandelt. Da Daten der wichtigste Rohstoff der Wissensgesellschaft sind, ist es auch nach Ansicht von Medical Ledger nur folgerichtig und zudem längst überfällig, die Besitzerinnen und Besitzer dieser Daten an den entstehenden Profiten teilhaben und über deren Verwendung entscheiden zu lassen. Auf Medical Ledgers sicherem Marktplatz kann dies unter strenger Wahrung der Privatsphäre des Einzelnen geschehen.

Das Ökosystem von Medical Ledger beruht zum einen auf der Blockchain-Technologie Hyperledger Fabric, die vom Hyperledger-Konsortium geschaffen wurde. Ziel dieses Konsortiums ist es, die Blockchain-Technologie für zahlreiche Industrien produktiv nutzbar zu machen. Federführend sind in dieser Zusammenarbeit IBM und The Linux Foundation; zahlreiche namhafte Unternehmen von accenture bis SAP und von der Deutschen Bank bis Intel sind als Partner an Bord.

Zweiter Baustein des Ökosystems von Medical Ledger ist Ethereum, neben Bitcoin eine der am längsten bewährten Public-Blockchain-Technologien. Ethereum dient der Medical-Ledger-Plattform als technologische Grundlage der In-Plattform-Währung, des MLG-Tokens. Diese wird genutzt, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem sicheren Datenmarktplatz für die Bereitstellung ihrer anonymisierten Daten zu entlohnen. In Zukunft sollen telemedizinische Services angeboten werden, die im Austausch für diese Währung den Nutzerinnen und Nutzern der Plattform zur Verfügung stehen.

Medical Ledger auf der MEDICA

Medical Ledger (Twitter: @medicalledger) stellt sich auf der MEDICA vom 12. bis 15.11.2018 erstmals der Öffentlichkeit vor – Halle 15, Stand A23. Das Team um Adam Ibrahim (Chief Executive Officer), Dr. Christina Czeschik (Chief Medical Officer) und Fabian Thomas (Health Manager) steht dort gern für persönliche Gespräche zur Verfügung. Zugang zum Prototypen und weitere Details zu Medical Ledger gibt es auf der Medical-Ledger-Webseite.