Autor: Christina Czeschik

  • Blockchain im Gesundheitswesen: Das Handbuch

    Blockchain im Gesundheitswesen: Das Handbuch

    Was ist die Blockchain – und hat sie einen Platz im Gesundheitswesen?

    Unser kurzes Handbuch Blockchain im Gesundheitswesen für Eilige beantwortet Ihnen diese beiden Fragen und dient als Wegweiser zu praktischen Anwendungsbeispielen und Pilotprojekten.

    Wir hoffen, dass das Handbuch Ihnen – ob Sie nun als Ärztin oder Arzt arbeiten, in Pflege oder Krankenhausverwaltung beschäftigt sind oder sich um IT oder Datenschutz im Gesundheitswesen kümmern – eine klare Vorstellung davon vermittelt, wie die Blockchain funktioniert und in welchen Anwendungsfällen man sie sinnvoll einsetzen kann.

    Wir haben die Vor- und Nachteile der Blockchain allgemein — und speziell im Kontext des Gesundheitswesens — für Sie ausgewogen und verständlich aufbereitet.

    Die aktualisierte Auflage von Blockchain im Gesundheitswesen für Eilige ist erhältlich bei Amazon für 8,45 € als Taschenbuch oder 4,99 € als Kindle-Edition.

    Wir freuen uns auf Ihr Feedback und wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre!

  • Wachstumsschmerzen auf der Blockchain

    Wachstumsschmerzen auf der Blockchain

    Blockchain: Eine Lösung auf der Suche nach einem Problem? Oder gar keine Lösung, sondern ein bloß Marketing-Gag?

    Von beidem ein bisschen – das vermutet Analyst und Investor Lance Ng in einem seiner neuesten Beiträge – Blockchain Is Broken – auf der Blogging-Plattform Medium.

    Die drei zentralen Probleme der Blockchain-Technologie (siehe dazu auch hier im Blog) seien immer noch weitgehend ungelöst:

    • Benutzbarkeit und Nutzerfreundlichkeit
    • Effizienz und Skalierbarkeit

    Blockchain-Technologie sei in vielen Zusammenhängen ein reines Marketing-Argument. In vielen Industrien werde dieses nun genutzt, um Organisationen, die mit überholten IT-Systemen arbeiteten und einen großen Digitalisierungsrückstand hätten (erkennt in dieser Beschreibung jemand das deutsche Gesundheitswesen wieder?), aktuellere Systeme zu verkaufen. Auch Investoren fänden Blockchain-basierte Systeme zur Zeit „sexier“ als andere Technologien.

    Die letzte Feststellung muss allerdings schon wieder relativiert werden – so leicht wie 2017 ist es bei weitem nicht mehr, Geld für neue Projekte in sogenannten ICOs einzusammeln. Diese wenig regulierten Crowdinvesting-Kampagnen waren schon Ende letzten Jahres in Verruf geraten, weil eine Reihe betrügerischer Unternehmer nach Abschluss des Crowdfundings mit dem Geld von der Bildfläche verschwunden waren. Das machte auch seriösen Projekten das Einwerben von Investments schwerer.

    So auch im Gesundheitswesen: Während beispielsweise Grapevine noch von Juli bis August 2018 ein erfolgreiches ICO hinlegte, entschied Iryo sich im Oktober 2018 dazu, sein ICO abzusagen und stattdessen einen privaten Pre-Sale abzuhalten.

    Schließlich sahen Fabian und ich die Schwierigkeiten im Blockchain-Geschäft auch aus erster Hand: Medical Ledger, das Healthcare-Startup, für das wir beratend tätig waren, entschloss sich nach technischen Schwierigkeiten dazu, auch seinen privaten Pre-Sale auf unbestimmte Zeit nach hinten zu verlegen.

    Heißt das, Blockchain ist schon wieder vorbei?

    Um das einzuschätzen, hilft ein Blick auf den Gartner Hype Cycle:

    Gartner Hype Cycle - Blockchain

    Blockchain befinde sich demnach gerade auf dem Abstieg in das „Tal der Enttäuschung“ – das Produktivitätsplateau ist erst fern am Horizont sichtbar, auch wenn erste Anwendungen sich schon abzeichnen.

    Wie genau werden diese aussehen?

    Ng sagt dazu:

    Blockchain will never be as pervasive to the average person’s life as the internet or even the mobile phone has been. It will mostly work behind the scenes to drive some commonly used legal, fintech, industrial or logistics solutions.

    Und trotz allem endet er seinen Beitrag mit den Worten:

    I believe blockchain technology is here to stay and will find its place in history, once all the practical issues are ironed out.

    Die Gartner-Analysten schätzen, dass Blockchain bis zum Produktivitätsniveau noch 5 bis 10 Jahre vor sich hat. Für Anwendungen im deutschen Gesundheitswesen wird das bestimmt nicht zu spät sein – dort drehen sich die Räder der Digitalisierung ja immer schon gemächlich.

  • Blockchain im Gesundheitswesen auf der MEDICA 2018

    Blockchain im Gesundheitswesen auf der MEDICA 2018

    Gestern endete in Düsseldorf die weltgrößte Medizintechnikmesse MEDICA. Fabian und ich waren vor Ort und gingen der Frage nach, welche Rolle die Blockchain heute bereits in der Wahrnehmung der Akteure im deutschen Gesundheitswesen spielt. Hier schon einmal eine kleine Übersicht – ausführlichere Beiträge und Videos folgen in den nächsten Tagen.

    Bereits am ersten Tag der MEDICA tauschten Expertinnen und Experten zum Thema sich im Slot „Blockchain in health – After the first hype wave“ über Blockchain-Technologie aus. Gemeinsam mit den Slots zu FHIR und Smart Hospital war Blockchain der Session Disruptive Technologies im MEDICA Health IT Forum zugeordnet. 2018 spielte Blockchain in den Augen der Veranstalter also offenbar eine im Vergleich zu 2017 wichtigere Rolle.

    Welche Unternehmen stellten ihre Blockchain-Lösungen vor?

    • Die Niederländer von Leopard Ledger präsentierten die erste Blockchain-Lösung, die vom National Healthcare Institute Holland zertifiziert ist.
    • Die Plattform des österreichischen Startups Grapevine zählt ganz klar zu den am weitesten entwickelten Blockchain-Plattformen im Bereich des Austauschs von Gesundheitsdaten und legt besonderen Wert auf IHE-Kompatibilität.
    • Und schließlich präsentierten Fabian und ich das deutsch-australische Projekt Medical Ledger (mehr dazu hier im Blog).

    Am Stand des Krankenhaus Kommunikations Centrums (KKC) hatte ich am dritten Tag der MEDICA die Gelegenheit, ein paar Worte über die technischen Hintergründe der Blockchain-Technologie und ihre möglichen Anwendungsbereiche zu sagen. Auch hier ergaben sich interessante Gespräche, wie auch am vierten Tag nach meinem Vortrag über die mögliche Rolle von Blockchain-basierten Lösungen zum Management von Gesundheitsdaten für chronisch Kranke – Stichworte Datenautonomie und Patient Empowerment.

    Wiederkehrende Fragen dabei: Wie geht man praktisch vor, wenn man im eigenen Unternehmen einen Blockchain-Piloten starten möchte? Bringt Blockchain tatsächlich einen Mehrwert – oder handelt es sich nur um ein Marketing-Gimmick?

    Die Antworten? Kommt drauf an und kommt drauf an. Mehr dazu bald hier im Blog! 🙂

  • Startup Medical Ledger auf der MEDICA: Mit Blockchain-Technologie zu Gesundheitsakte und anonymisiertem Daten-Marktplatz

    Startup Medical Ledger auf der MEDICA: Mit Blockchain-Technologie zu Gesundheitsakte und anonymisiertem Daten-Marktplatz

    Monatelang haben wir beobachtet, analysiert und aufgeschrieben – jetzt sind wir selbst Teil des Ökosystems: Die Autoren dieser Webseite präsentieren das deutsch-australische Blockchain-Startup Medical Ledger.

    Ernstzunehmende Lösungen für eine digitale Gesundheitsakte müssen einerseits die stete Verfügbarkeit der Daten sicherstellen, andererseits Manipulationen verhindern und Zugriffe revisionssicher nachvollziehbar machen. Eine Plattform, die diese Bedingungen erfüllt, entwickeln wir mit Medical Ledger (www.medicalledger.io) im gleichnamigen Startup, das sich vom 12. bis 15.11.2018 erstmals auf der MEDICA präsentieren wird (Halle 15, Stand A23).

    Wofür steht Medical Ledger? Medical Ledger arbeitet daran, eine Software zur Nutzung im Gesundheitswesen zu schaffen – „Medical“ – die in erster Linie dem sicheren und nutzerfreundlichen Datenaustausch zwischen Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzten dient. Diese beruht auf dem Konzept eines „Distributed Ledger“. Dies ist ein Begriff aus der Blockchain-Technologie und bezeichnet eine Datenbank, die verteilt ist, also auf mehr als einem Server vorliegt, und die keine Löschung oder Manipulation vorhandener Daten erlaubt, sondern stets nur das Anfügen neuer Datensätze. Auf diese Art und Weise bleiben alle vergangenen Transaktionen und Datensätze auch in Zukunft immer nachvollziehbar – Patienten können zuverlässig nachvollziehen, wer zu welchem Zeitpunkt Zugriff auf ihre Daten hatte, und von wem welche Daten geschrieben wurden. Ärzte wiederum können rechtssicher nachweisen, welche Informationen ihnen zu einem bestimmten Zeitpunkt vorlagen, und welche nicht.

    Plattform Medical Ledger

    Sichere Speicherung und stete Verfügbarkeit von Gesundheitsdaten sind nicht das einzige Ziel der Medical-Ledger-Plattform. Patientinnen und Patienten sollen die Möglichkeit bekommen, auf einem sicheren Marktplatz ihre anonymisierten Gesundheitsdaten Forscherinnen und Forschern in universitären Einrichtungen und der Industrie zur Verfügung zu stellen und an den daraus erwachsenden Profiten beteiligt zu werden. Medical Ledger beruft sich dabei auf eine bereits 2016 von der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. erstellte Studie mit dem Titel „Der Wert persönlicher Daten: Ist Datenhandel der bessere Datenschutz?“. Dieser zufolge werden Gesundheits- und andere persönliche Daten bereits in vielen legalen und illegalen Kontexten gehandelt. Da Daten der wichtigste Rohstoff der Wissensgesellschaft sind, ist es auch nach Ansicht von Medical Ledger nur folgerichtig und zudem längst überfällig, die Besitzerinnen und Besitzer dieser Daten an den entstehenden Profiten teilhaben und über deren Verwendung entscheiden zu lassen. Auf Medical Ledgers sicherem Marktplatz kann dies unter strenger Wahrung der Privatsphäre des Einzelnen geschehen.

    Das Ökosystem von Medical Ledger beruht zum einen auf der Blockchain-Technologie Hyperledger Fabric, die vom Hyperledger-Konsortium geschaffen wurde. Ziel dieses Konsortiums ist es, die Blockchain-Technologie für zahlreiche Industrien produktiv nutzbar zu machen. Federführend sind in dieser Zusammenarbeit IBM und The Linux Foundation; zahlreiche namhafte Unternehmen von accenture bis SAP und von der Deutschen Bank bis Intel sind als Partner an Bord.

    Zweiter Baustein des Ökosystems von Medical Ledger ist Ethereum, neben Bitcoin eine der am längsten bewährten Public-Blockchain-Technologien. Ethereum dient der Medical-Ledger-Plattform als technologische Grundlage der In-Plattform-Währung, des MLG-Tokens. Diese wird genutzt, um Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem sicheren Datenmarktplatz für die Bereitstellung ihrer anonymisierten Daten zu entlohnen. In Zukunft sollen telemedizinische Services angeboten werden, die im Austausch für diese Währung den Nutzerinnen und Nutzern der Plattform zur Verfügung stehen.

    Medical Ledger auf der MEDICA

    Medical Ledger (Twitter: @medicalledger) stellt sich auf der MEDICA vom 12. bis 15.11.2018 erstmals der Öffentlichkeit vor – Halle 15, Stand A23. Das Team um Adam Ibrahim (Chief Executive Officer), Dr. Christina Czeschik (Chief Medical Officer) und Fabian Thomas (Health Manager) steht dort gern für persönliche Gespräche zur Verfügung. Zugang zum Prototypen und weitere Details zu Medical Ledger gibt es auf der Medical-Ledger-Webseite.

  • Elektronische Gesundheitsakten & Blockchain: Zur informationellen Selbstbestimmung

    Elektronische Gesundheitsakten & Blockchain: Zur informationellen Selbstbestimmung

    Blockchain im Gesundheitswesen: Warum eigentlich?

    Die Etablierung von jederzeit und allerorts verfügbaren elektronischen Gesundheitsakten ist der zentrale nächste Schritt in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens.

    Schwierigkeiten bei der Etablierung einer elektronischen Gesundheitsakte

    In der Vergangenheit hat sich gezeigt, wie gegenläufige Interessen der zahlreichen Akteure im Gesundheitswesen die Entwicklung einer sicheren und insbesondere für PatientInnen praktikablen Lösung immer wieder blockiert haben: Der Streit um Verantwortlichkeit und finanzielle Kompensation beim Austausch von Versichertenstammdaten, Diskussion um den Datenschutz bei einer möglichen zentralen Speicherung von Daten, Wünsche der PatientInnen nach einer tragbaren Lösung, in die auch Daten aus Apps und Wearables eingespeist werden können, sind nur einige der zahlreichen Beispiele. Immer wichtiger wird auch der Wunsch der PatientInnen nach informationeller Selbstbestimmung und Partizipation bei der Entscheidungsfindung in der Medizin.

    Zentrale Lösung gefährdet informationelle Selbstbestimmung

    Diesen Entwicklungen kann eine zentral organisierte Lösung zu Datenspeicherung und -austausch im Gesundheitswesen kaum gerecht werden. Zentrale Speicherung von Daten stellt ein signifikantes Risiko hinsichtlich unberechtigten Zugriffs dar – ein physischer oder virtueller Ort, an dem sämtliche Gesundheitsinformationen von zumindest den gesetzlich Versicherten in Deutschland gespeichert sind, würde Begehrlichkeiten einerseits von Seiten krimineller Datendiebe wecken, andererseits mit der Zeit womöglich auch von legalen Institutionen. Verlierer wären die gesetzlich Versicherten, denen an diesem Punkt die informationelle Selbstbestimmung genommen würde.

    Dezentrale Lösung: Wie werden Kommunikation und Konsistenz sichergestellt?

    Bei einer alternativ möglichen dezentralen Speicherung von Gesundheitsdaten, etwa lokal in Krankenhäusern und Arztpraxen, mit einer Bereitstellung der Daten an andere Leistungserbringer auf Anfrage, stellt sich die Frage der Zuverlässigkeit der Daten sowie der Abstimmung und Konsistenz zwischen verschiedenen Datenquellen. Illustriert an einem einfachen Beispiel: Das Krankenhaus mag so in der Lage sein, den Medikationsplan eines Patienten aus der Hausarztpraxis abzurufen, aber darf es Änderungen in dieses Dokument schreiben? Muss die Hausärztin ihrerseits einen geänderten Plan aus dem Krankenhaus abrufen? Wie lässt sich dies automatisieren, wenn die Realität zeigt, dass HausärztInnen oft weder über Krankenhausaufenthalte ihrer PatientInnen noch über die dort durchgeführten Maßnahmen unterrichtet werden – und oft nicht einmal über das Ableben eines Patienten während eines Aufenthalts?

    Blockchain: Dezentral, datenschutzfreundlich, automatisiert

    Mit Hilfe der Blockchain-Technologie kann eine Lösung implementiert werden, die eine sichere (verschlüsselte), dezentrale Speicherung der Gesundheitsdaten und deren jederzeit verfügbaren Abruf ermöglicht. Teil dieser Technologie ist ein sogenannter Distributed Ledger: eine verteilte Datenbank (die also auf zahlreichen Servern des Netzwerks vorliegt), und die keine Löschung oder Manipulation vorhandener Daten erlaubt, sondern stets nur das Anfügen neuer Datensätze. Auf diese Art und Weise bleiben alle vergangenen Transaktionen und Datensätze auch in Zukunft immer nachvollziehbar – Patienten können zuverlässig nachvollziehen, wer zu welchem Zeitpunkt Zugriff auf ihre Daten hatte, und von wem welche Daten geschrieben wurden. Ärzte wiederum können rechtssicher nachweisen, welche Informationen ihnen zu einem bestimmten Zeitpunkt vorlagen, und welche nicht. In der Blockchain herrscht Konsens: Für jeden Teilnehmer existiert eine gleiche, überall gültige Version der Tatsachen (etwa der Inhalte eines Medikationsplans).

    Während Blockchain-Technologie in den Anfangsjahren vor allem als technologische Grundlage der Kryptowährungen wie Bitcoin bekannt wurde, existieren mittlerweile Frameworks, die explizit für Anwendungsfälle außerhalb von Kryptowährungen geschaffen wurden und effizienter und datenschutzfreundlicher sind. Ein Beispiel hierfür ist Hyperledger Fabric, die vom Hyperledger-Konsortium geschaffen wurde. Ziel dieses Konsortiums ist es, die Blockchain-Technologie für zahlreiche Industrien produktiv nutzbar zu machen. Federführend sind in dieser Zusammenarbeit IBM und The Linux Foundation; zahlreiche namhafte Unternehmen von accenture bis SAP und von der Deutschen Bank bis Intel sind als Partner an Bord.

    Hyperledger Fabric ist beispielsweise die technologische Grundlage der Gesundheitsakten-Lösung, die das deutsch-australische Startup Medical Ledger (www.medicalledger.io) entwickelt. Ziel ist es, innerhalb von zwei Jahren eine Plattform zur Speicherung und Verarbeitung von Gesundheitsakten sowie eine Möglichkeit zum Austausch anonymisierter Forschungsdaten im medizinischen Bereich zu schaffen.

    (Disclaimer: Die Autoren dieses Blogs sind Teil des Teams von Medical Ledger.)

  • Es muss nicht alles public sein: Hyperledger im Gesundheitswesen

    Es muss nicht alles public sein: Hyperledger im Gesundheitswesen

    Wie schon an anderer Stelle auf dieser Webseite diskutiert, sind die zwei größten Probleme der Blockchain in Industrie-Anwendungen (so auch im Gesundheitswesen) Skalierbarkeit und Vertraulichkeit. Beide Herausforderungen sind deutlich leichter zu handhaben, wenn man darauf verzichtet, seine Blockchain öffentlich und ohne Zugangsbeschränkung, also public und permissionless, zu führen. Zur Erinnerung: Bitcoin und viele andere Kryptowährungen beruhen auf Public-Blockchains – und verschwenden daher viel Energie auf Konsens-Mechanismen (beispielsweise ansonsten sinnlose mathematische Rätsel), die zwar ihren Zweck erfüllen, aber keinen anderen Nutzen haben – und nebenbei eine abschreckende Energiebilanz.

    Eine öffentliche und nicht zugangsbeschränkte Blockchain zu einem Zweck einzusetzen, der nicht unbedingt danach verlangt, ist also Overkill. Wie sieht es im Gesundheitswesen aus? Ist dort eine öffentliche Blockchain notwendig?

    Das hängt davon ab, wie man sich die Akteure im Gesundheitswesen vorstellt. Eine halbwegs realistische Einschätzung ist wohl, dass die Interessen oft widerstrebend sind und miteinander in Konflikt geraten, aber keine „Dog eat dog“-Welt vorherrscht wie im Bereich der Kryptowährungen, in dem Diebstahl und Betrug an der Tagesordnung sind. Man könnte auch sagen, zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens herrscht ein gewisses, wenn auch kein bedingungsloses, Vertrauen.

    Solch ein Zustand ist eine gute Ausgangsbasis für den Einsatz einer zugangsbeschränkten (permissioned) Blockchain. Frameworks für genau so eine stellt das Hyperledger-Konsortium zur Verfügung, dessen Ziel es ist, die Blockchain-Technologie für zahlreiche Industrien produktiv nutzbar zu machen. Federführend sind in dieser Zusammenarbeit IBM und The Linux Foundation; zahlreiche namhafte Unternehmen von accenture bis SAP und von der Deutschen Bank bis Intel sind als Partner von Hyperledger mit an Bord.

    An einer Blockchain, die mit einem der Hyperledger-Frameworks läuft, können nur Entitäten teilnehmen, die eine Berechtigung dazu haben – im Gegensatz beispielsweise zu Bitcoin, an dem jeder (auch mit vielen einzelnen Servern) teilnehmen kann. So könnte man sich etwa vorstellen, dass eine zentrale Instanz in einem Land den Einrichtungen des Gesundheitswesens (Praxen, Apotheken, Kliniken) die Berechtigung erteilt, an der Gesundheitsblockchain teilzunehmen, aber nicht in die Funktionsweise dieser Blockchain selbst eingreift. Innerhalb der Blockchain findet eine Selbstverwaltung statt, und ein Konsens-Mechanismus, der schlanker und energieeffizienter als beispielsweise der von Bitcoin ist, sorgt dafür, dass niemand gegen die Interessen eines anderen Teilnehmers verstoßen kann.

    Diese und andere Szenarien werden in der sehr aktiven Hyperledger Healthcare Working Group entworfen und diskutiert. Die Teilnahme zumindest an der Mailingliste ist frei – ganz permissionless also.

  • Über Blockchain hinaus: Hashgraph im Gesundheitswesen

    Über Blockchain hinaus: Hashgraph im Gesundheitswesen

    Die Liste der Startups, die Blockchain-basierte Dienste und Produkte für das Gesundheitswesen anbieten, wird immer länger. Dabei sind die meisten noch im Stadium der Entwicklung oder der ersten Pilotprojekte. Blockchain ist also noch kein etabliertes Werkzeug im Arsenal der ITler im Gesundheitswesen – und schon gar kein alter Hut.

    Trotzdem gibt es bereits die ersten, die bei der Technologie über den Tellerrand von Blockchain hinausblicken. Intiva Health stellen eine Lösung zur eindeutigen Identifizierung und Akkreditierung von ÄrztInnen und anderen Gesundheitsberuflern vor, die auf einer Weiterentwicklung von Blockchain beruht: Dem Hashgraph.

    Hashgraph ist möglicherweise eine Lösung für das Problem der Skalierbarkeit: Blockchain-Implementationen werden langsam und ineffizient, sobald sie viele Transaktionen verarbeiten müssen, denn die Blöcke der Blockchain können immer nur hintereinander gehängt und bestätigt werden. Beim Hashgraph dagegen spaltet sich die Kette in einen Baum auf. Die vielen Äste des Baums stehen untereinander durch sogenannten „Gossip“ (engl.: Klatsch und Tratsch) in Verbindung – jedes Mal, wenn in einem Ast eine Transaktion bestätigt wurde, teilt er dies zwei zufällig ausgewählten anderen Ästen mit.

    (Mehr über Skalierbarkeit und andere potenzielle Nachteile der Blockchain lesen Sie hier auf unseren Seiten.)

    Intiva Health nutzen diese Technologie für ihr Produkt ReadyDoc – eine Datenbank, die die Identitäten, Approbationen und andere Dokumente und Zertifikate von ÄrztInnen verwaltet und sie papierlos zur Verfügung stellt, und zwar nach Angaben des Unternehmens 50.000 mal schneller, als es eine vergleichbare Implementation auf der Blockchain wäre.

    Mehr dazu bald auf unserer Seite Startups: Patientendaten.

  • Hallo Welt!

    Hallo Welt!

    … und willkommen auf blockchain-gesundheitswesen.de!

    Auf dieser Seite wollen wir eine Sammlung von Ressourcen über Blockchain im Gesundheitswesen für den deutschsprachigen Raum anbieten.

    Bald mehr an dieser Stelle – schauen Sie doch mal wieder vorbei!